Die Hobbyrunde im Tennisbezirk Frankfurt

Jeder Tennisspieler kennt die Medenspiele, bei der es von der Kreisliga bis in die höchsten Spielklassen um Auf- und Abstieg, Meisterschaften und manchmal ganze Tenniskarrieren gehen kann. Daneben aber spielen viele Tausend Tennissportler aus den verschiedensten Gründen nicht in Meden-Mannschaften, möchten sich jedoch durchaus gern dem sportlichen Wettstreit stellen – nur eben in einer entspannteren Art und Weise. Die Gründe mögen im Bereich der Fitness, des Alters, der zeitlichen und persönlichen Schwerpunktsetzung liegen oder auch darin, daß sich jemand dem Leistungsdruck der Medenrunde nicht ganz gewachsen fühlt, noch im Vorstadium für eine Mannschaft ist oder nch einem umzug noch im neuen Verein richtig Fuß fassen muß.

Für all Jene und viele mehr besteht im TB Frankfurt seit mittlerweile 15 Jahren die „Hobbyrunde“, in der Spieler(innen) aus vielen Vereinen während der Sommerferien (ohne Kollision mit der Medenrunde) wie in einer normalen Tennisliga eine Serie von Mannschaftsspielen gegen andere Clubs austragen. Die Idee entstammt der privaten Initiative und dem Engagement von Veronika Keller vom TC Bergen-Enkheim Frankfurt und einigen ihrer Clubkameradinnen und bietet all denen, für die der sportliche Wert der Spiele von Bedeutung ist, die andererseits jedoch auch das Soziale, das Entspannte und das Freundschaftliche an unserem Sport als wichtig erachten, eine wunderbare Gelegenheit, Sport, Wettkampf und geselliges Beisammensein aufs Beste zu verbinden.

Mehr als nur Hobby

Mag der Begriff „Hobbyrunde“ anfangs darauf hingedeutet haben, daß hier die reinen Freizeitspieler das Bild bestimmten, so hat sich dies über die Zeit entscheidend gewandelt. Seit Jahren schon engagieren sich in der Hobbyrunde viele Spieler, die vorher Stützen ihrer Medenteams waren oder zu einem neuen Verein gestoßen sind oder aus einer Vielzahl anderer Gründe nicht in der Mannschaft spielen. Wirkliche Tennis-Anfänger gibt es in der Hobbyrunde nicht, und es existiert eine exzellente Selbstregulierung der Teams, ihre noch im Anfängerstadium befindlichen Clubkameraden nicht zu überfordern, andererseits aber auch keine Spieler zu nominieren, die in höherklassigen Meden-Mannschaften gemeldet sind und in den Sommerferien einfach nur „durchspielen“ wollen (und ihre Gegner dort einfach nur vom Platz fegen würden) – denn das wäre mit der Philosophie der Hobbyrunde auch nicht vereinbar. Hier wird ein gutes Tennis auf teils hohem Niveau gespielt, und sich das einmal anzusehen, lohnt sich und führt – wie die Erfahrung schon seit längerem zeigt – bei vielen Medenspielern zu gänzlich neuen Erkenntnissen.

Balance zwischen Sport und Geselligkeit

Der Kerngedanke der Hobbyrunde ist die Balance zwischen Sport und Geselligkeit. Gespielt wird nach dem üblichen Reglement, nur wurden einige Bestimmungen etwas gelockert. Neben den Runden der Damen- und Herrenmannschaften werden Damen- und Herren-Doppel und Mixed gespielt (dort gibt es keine Einzel). Es gibt keine Altersbeschränkungen – 40-jährige und 65-jährige Spieler können gemeinsam antreten. Der dritte Satz wird als Match-Tiebreak bis 10 Punkte ausgetragen, und es gibt einige weitere kleinere Erleichterungen, die es den Spielern ermöglichen, ihre Begegnungen auch als Berufstätige unter der Woche abends auszutragen und sich die Wochenenden frei zu halten.
Durch das Instrument der „Spielgemeinschaft“ wird sogar Spielern aus unterschiedlichen Clubs und auch Nicht-Vereinsmitgliedern die Chance geboten, sich zu einer Mannschaft zusammenzuschließen und an der Hobbyrunde teilzunehmen. Spieler ohne Verein sind (abgesehen von dem versicherungstechnischen Aspekt, daß bei einem Unfall im Rahmen der Spiele weder ein Club noch der TBF haften) gleichwertige Teilnehmer der Hobbyrunde.

Der vierte Satz

Was dem Golfer das „19. Loch“ und dem Fußballer die „dritte Halbzeit“, ist den Hobbyrunden-Teilnehmern der „vierte Satz“, das gemeinsame Abendessen nach den Spielen, zu denen regelmäßig die gastgebende Mannschaft einlädt. Wir in der Hobbyrunde bekennen uns ausdrücklich zur Gleichwertigkeit dieses Aspektes mit dem sportlichen Erfolg. In den vergangenen 15 Jahren sind auf diese Weise so viele Freundschaften und private Beziehungen entstanden, daß allein dies die Existenz der Hobbyrunde mehr als rechtfertigt. Zudem werden immer wieder Freundschaftsspiele ausgetragen oder die Spieler anderer Teams zu Veranstaltungen im eigenen Club eingeladen.

Über die Hobbyrundenspiele hinaus werden über das Jahr verteilt drei Turniere veranstaltet, bei denen die Teilnehmer in mehreren Runden gemischter Doppel mit jeweils zugelosten Spielpartnern gegeneinander antreten. Die Saison beginnt im März mit einem Hallenturnier und setzt sich mit dem Auftaktturnier, dem von der Apfelweinkelterei Possmann großzügig gesponsorten „Possmann Bembel-Cup“, vier Wochen vor Beginn der Hobbyrunde fort. Nach Ende der Hobbyrunde im September gibt es ein Abschlußturnier. Stets kommen zwischen 50 und 80 Teilnehmer zusammen, spielen das Turnier und lassen den Abend in großer Runde gemütlich ausklingen, nicht ohne daß die Sieger und „Podest“-Plazierten geehrt und mit Preisen bedacht werden und jeder Teilnehmer ein Souvenir des jeweiligen Turniers erhalten hat.

Der Höhepunkt der Saison

Und als weiterer Höhepunkt wird zum Finale der Saison jährlich das Abschlußfest der Hobbyrunde gefeiert. In immer wechselnden Locations, mit edler Gastronomie, Musik- und Live-Showprogramm haben wir in den 15 Jahren wunderbare Abende verbringen dürfen – so zum 10jährigen Jubiläum der Hobbyrunde auf einem Maindampfer, in anderen Jahren im Ruderclub „Germania“, diversen Frankfurter Tennisvereinen, großen Restaurants oder der Stadthalle Bergen-Enkheim. Unsere Sponsoren haben ebenso intensiv mit uns gefeiert wie die Ehrengäste aus dem Tennisbezirk Frankfurt oder dem Hessischen Tennis-Verband.

300 Spieler/innen aus über 30 Vereinen

Als Veronika Keller, über viele Jahre die „gute Seele“ und unermüdliche Organisatorin der Hobbyrunde, im Jahr 1998 die Runde aus der Taufe hob, konnten sie und ihre Mitstreiterinnen nicht absehen – ja wohl nicht einmal erhoffen – welchen Erfolg diese Idee haben würde und welch wichtigen Platz die Runde im sozialen und sportlichen Gefüge des TB Frankfurt heute einnimmt. Nach bescheidenen Anfängen ist sie inzwischen die Bühne für über 300 Spieler aus rund 30 Vereinen des TBF und benachbarter Bezirke, auf der sie ihre Kräfte messen und zur selben Zeit sehr persönliche und langlebige Beziehungen mit anderen Tennisclubs knüpfen können – und wir freuen uns immer wieder darüber, auch aus anderen Tennisbezirken Zuwachs begrüßen zu dürfen.

Ein Organisationsteam mit viel Engagement

Organisiert wird die Hobbyrunde von einem Team aus etwa sieben Personen, die mit großem Engagement dafür sorgen, daß der Zuspruch seit 1998 ungebrochen ist und auch künftig stabil zu bleiben scheint. Es ist eine Freude zu sehen, wie reibungslos und vertrauensvoll das Team zusammenwirkt, wie eingespielt die Organisation bei Turnieren abläuft und wieviel Initiative und Kreativität das Team einbringt, wenn es etwa um das Programm des Abschlußfestes, die Integration neuer Mannschaften oder Turniergestaltungen geht.

Der Tennisbezirk Frankfurt hat viel Freude an seiner seit 15 Jahren erfolgreichen Hobbyrunde. Sie zeigt auch im Jahr 2014 keine Abnutzungserscheinungen, und wir gehen mit der Zuversicht in die kommende Saison, daß die Hobbyspieler(innen) der Frankfurter Tennisclubs ihren Teams und den Sportkameraden aus den anderen Vereinen auch weiterhin die Treue halten werden.

Frank Herrnschmidt

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